- Seite 4 (das Tigergebiss) -

Als nächstes möchte ich mich mit den Waffen des indischen Tigers beschäftigen und der Kraft die dieser bei der Jagd entwickelt als auch im allgemeinen besitzt. Ich werde zunächst die Primärwaffe des Tigers, sein Gebiss, genauer unter die Lupe nehmen. Um das zu verstehen von dem ich später berichten werde sollten wir uns zuerst mit den Benennungen vertraut machen die in der Dentologie gebräuchlich sind. Hier eine kleine Ausstellung: Übersicht mit Zahnformel

Was die Schreibweise betrifft gilt die Regel, den jeweilig gemeinten Zahn, wie oben beschrieben, abzukürzen und mit dem Index seiner Position zu versehen. Sollte ein Zahn im Oberkiefer gemeint sein so wird der Positionsindex hochgestellt andernfalls tiefgestellt an die bisherige Bezeichnung des Zahnes angehängt.

Doch nun zur Beschreibung des Tigergebisses. Der Ober- und der Unterkiefer sind mit einem "Articulus cylindricus", oder auch Walzengelenk genannt, miteinander verbunden. Der Unterkiefer ist relativ lang und mit einem kräftigen Kronenfortsatz (Processus coronoideus) ausgestattet. Obwohl es im Gebiss des Tigers, als auch bei allen anderen Felidae, zu gewissen genetischen Unregelmäßigkeiten (charakteristisches fehlen von Zähnen zum Beispiel) kommt, möchte ich jedoch auf diese nicht näher eingehen.

Beginnen wir bei den wohl auffälligsten Zähnen, den Caninae oder Eckzähnen. Sie können im Durchschnitt eine Länge von etwa 70mm und mehr (bis 90mm) erreichen. Dieses Maß bezieht sich auf die Länge von der Zahnspitze bis zum Alveolenrand. Mit Alveolenrand ist der Austrittspunkt des Zahns aus dem Kiefernknochen gemeint, in den die Zähne eingebettet sind und der auch als Zahnfächer bezeichnet wird. Die sichtbare Länge ist etwas geringer, da Alveolenrand und Zahnfleischrand natürlich nicht überein stimmen.

Die oberen Reißzähne sind konisch und leicht nach innen gerichtet. Ihre Länge kann bei ausgewachsenen Tigern 37mm und mehr betragen. Ein Beispiel für solch einen Zahn ist der Pm4.

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